ASO (Address Supporting Organization) Die ASO ist innerhalb der ICANN die Dachorganisation für die verschiedenen Organisationen, die Domainnamen im Internet vergeben. Sie organisiert die internationalen Treffen zwischen ihren Mitgliedern und stellt für ihre Mitglieder eine Schnittstelle zur ICANN dar. Die ASO ist eine nichtstaatliche Organisation.
DNS (Domain Name System) Das DNS ist einer der wichtigsten Dienste im Internet. Seine Hauptaufgabe ist die Beantwortung von Anfragen zur Namensauflösung. In Analogie zu einer Telefonauskunft soll das DNS bei Anfragen mit einem Hostnamen (dem für Menschen merkbaren Namen eines Rechners im Internet) – zum Beispiel www.example.org – als Antwort die zugehörige IP-Adresse (die „Anschlussnummer" im Internet) – zum Beispiel eine IPv4-Adresse der Form 192.0.2.42 oder eine IPv6-Adresse wie 2001:db8:85a3:8d3:1319:8a2e:370:7347 – nennen.
DNSSEC (Domain Name System Security Extensions) Das DNSSEC ist eine Erweiterung des DNS, mit der Authentizität und Datenintegrität von DNS-Transaktionen gewährleistet werden. Ein DNS-Teilnehmer kann damit verifizieren, dass die durch den Server, mit dem er kommuniziert, gelieferten Zonendaten auch tatsächlich identisch mit denen sind, die der für die Zone autorisierte und die Zone signierende Server ausliefert.
GAC (Governmental Advisory Committee) Das Government Advisory Committee von ICANN ist ein Beratungskomitee, das aus Vertretern nationaler Regierungen, multinationaler Regierungsorganisationen und Handelsorganisationen und Wirtschaftsräumen besteht, wie sie in internationalen Foren anerkannt sind. Es enthält repräsentative Regierungsexperten aus über 85 Ländern und Wirtschafträumen.
GNSO (Generic Name Supporting Organisation) Die GNSO ist die Richtlinienentwicklungskommission, die wesentliche Richtlinien hinsichtlich generischer Top Level Domains (gTLD) wie .aero, .biz, .com und .org entwickelt und dem ICANN-Vorstand empfiehlt. GNSO besteht aus sechs Bezirken (constituencies), die die weltweit unterschiedlichen Gruppen der interessierten Parteien oder Interessengruppen am gTLD-Bereich darstellen.
IANA (Internet Assigned Numbers Authority) Die IANA ist eine Organisation, die die Vergabe von IP-Adressen, Top-Level-Domains und IP-Protokollnummern regelt. Die IANA verteilt IP-Adressen in großen Blöcken an Regionale Internet-Registrierungsstellen (RIR) bzw. Registrare. Das Registrar-Unternehmen ist vom übergeordneten "Network Information Center" (NIC) dazu berechtigt worden, an seine Kunden neue sekundäre Domain-Namen zu vergeben. Der Registrar schreibt den neuen Domain-Namen in eine zentrale Registrierungsdatenbank (Root-Server), die eine Tabelle aller Domain-Namen und der dazugehörigen IP-Adressen umfasst (Adresszuordnungstabelle). Diese Datenbank, das so genannte Root-Verzeichnis, wird auch als Registry (dt.: Registratur) bezeichnet. Endkunden sind Provider oder Organisationen, die ihre IP-Adressen selbst verwalten.
ICANN (Internet Corporation of Assigned Names and Numbers) ICANN hat ihren Sitz in Kalifornien und entscheidet über die Grundlagen der Verwaltung der Top-Level-Domains und auf diese Weise koordiniert ICANN technische Aspekte des Internets, ohne jedoch verbindliches Recht zu setzen. ICANN wird manchmal als eine Art Weltregierung des Internets bezeichnet.
IETF (Internet Engineering Task Force) Die IETF ist eine Organisation, die sich mit der technischen Weiterentwicklung des Internets befasst, um dessen Funktionsweise zu verbessern. Ihr Auftrag ist die Erstellung hochqualitativer, relevanter technischer Dokumente, welche die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen das Internet weiterentwickeln, benutzen und verwalten. Diese Dokumente umfassen Internetprotokollstandards, Beschreibungen momentan bekannter Verfahren sowie verschiedene Dokumente mit eher informativem Charakter. Im Gegensatz zur eher forschungsorientierten Internet Research Task Force (IRTF), kümmert sich die IETF mehr um die kurzfristig zu lösenden Probleme des Internets, insbesondere um die Standardisierung der im Internet eingesetzten Kommunikationsprotokolle. Zur Internetprotokollfamilie gehören beispielsweise das Internet Protocol (IP), die Transportprotokolle UDP, TCP und SCTP sowie das Anwendungsprotokoll HTTP zur Übertragung von Web-Inhalten.
RAA (Registrar Accreditation Agreement) Vertrag, der zwischen ICANN und Registraren abgeschlossen wird. Er regelt die Aufgabe des Registrars, Einträge in die Registry Datenbank vorzunehmen.
Registry (NIC - Network Information Center) Registrys oder Nics sind Organisationen, die Ressourcen, die für den technischen Betrieb des Domain Name System notwendig sind, zentral verwalten. Dazu gehören insbesondere solche, die aufgrund ihrer Natur nur einmal im gesamten Internet vorkommen dürfen und deshalb auch nur an einer Stelle autoritativ verwaltet werden können. Vor allem sind sie für die Vergabe von Domains innerhalb des Internet zuständig und können eigene Vergaberichtlinien festlegen. NICs sind vollkommen unabhängig voneinander. Die dotversicherung GmbH beantragt, Registry für die TLD .versicherung zu werden. Bekannte Registrys sind Denic e.G. die den .de-Namensraum verwaltet und VeriSign, die für .com und .net verantwortlich ist.
Registrar Ein Domain-Name-Registrar ist eine Organisation bzw. ein Unternehmen, das Registrierungen von Internet-Domains durchführt. Der Registrar wird von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) oder einer Registry akkreditiert. Er fungiert somit als Partnerfirma der Registry, welche für die Vergabe von Domains unterhalb ihrer Top Level Domain (TLD) verantwortlich ist. Die Registry ernennt den Registrar also zur Schnittstelle zwischen sich und dem Registranten (Endkunden). Gelegentlich betreibt eine Registry auch selbst einen Registrar. Zumeist sind die Registrare aber Internet Service Provider, die auch verschiedene andere Dienstleistungen wie etwa Web-Hosting im Paket mit der Domainregistrierung vertreiben. Bekannte Registrare sind z.B 1&1, Strato oder InterNetX.
UDRP (Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy) Von ICANN vorgegebenes, standardisiertes Streitbeilegungsverfahren im Zusammenghang mit Domainstreitigkeiten, z.B. aufgrund von Markenrechtsverletzungen.
WIPO (World Intellectual Property Organization) Die Weltorganisation für geistiges Eigentum wurde 1967 mit dem Ziel gegründet, Rechte an immateriellen Gütern weltweit zu fördern. 1974 wurde die WIPO Teilorganisation der Vereinten Nationen. Die WIPO ist Ausgangspunkt des Zusammenarbeitsvertrags (engl. Patent Cooperation Treaty (PCT)) von 1970, des WIPO-Urheberrechtsvertrags von 1996 und des Patentgesetzvertrags (engl. Patent Law Treaty) von 2000. Die WIPO ist zum einen eine diplomatische Konferenz der Mitglieder, zum anderen eine Organisation mit Exekutivfunktion, die u.a. die PCT-Anmeldungen verwaltet. Streitfälle werden durch Mediation und Schiedsgericht geschlichtet, u.a. auch im Rahmen der UDRP.